08.08.2019

Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Gefährdungsanalyse für Carbonfaser-verstärkte Kunststoffe

Dr. Götz Westphal, Dr. Christian Monsé, Prof. Thomas Brüning, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum



Mögliche Gesundheitsgefährdungen durch Staubexpositionen aus der Herstellung und Verarbeitung von Carbonfasern und Carbonfaser-verstärkten Kunststoffen sind bislang nur unzureichend untersucht. Die Toxizität von Stäuben wird vor allem durch deren Entzündungswirkung und ihre Biobeständigkeit bestimmt.

Für eine erste Bewertung entzündlicher Wirkungen wurden im IPA Stäube von Carbonfasern beziehungsweise Carbonfaser-verstärkten Kunststoffen in zwei Zellkulturmodellen im Vergleich zu Partikeln und Fasern bekannter Toxizität untersucht.

Carbonfaser-verstärkte Kunststoffe (CFK) sind besonders leicht und stabil und werden daher zunehmend zum Bei-spiel für Windkraftanlagen sowie im Flugzeug- und Autokarosseriebau eingesetzt. Carbonfasern (CF) werden zu diesem Zweck überwiegend auf der Basis von Polyacrylnitril (PAN, 95%) oder Kohlenteer (Pech, 5%) hergestellt und in eine Kunststoffmatrix eingebettet.

Da es bei deren Herstellung und Verarbeitung - beispielsweise beim Schleifen oder Sägen - zu Gefährdungen durch Partikel- und möglicherweise sogar Faserstäube kommen kann, haben der Fachbereich Holz und Metall der DGUV und das IPA ein Projekt zur Bewertung und zur Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen initiiert. Gefördert wurde es mit Mitteln der Berufsgenossenschaft Holz und Metall, der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse sowie der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie.

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