18.08.2019
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Validierung und forensische Anwendung chromatographisch-massenspektrometrischer Methoden zum Nachweis von klassischen illegalen Drogen, neuen psychoaktiven Substanzen und Arzneistoffen in verschiedenen Matrices am Beispiel von Heroin, Cathinon-Derivaten und Propofol

Maas, Alexandra Sabrina - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (2018)


Im Rahmen der forensisch-toxikologischen Begutachtung sind neben den klassischen illegalen Drogen auch diverse Medikamente sowie neue psychoaktive Substanzen von Relevanz. Für den gerichtsverwertbaren Nachweis dieser Substanzen werden bevorzugt chromatographisch-massenspektrometrische Methoden eingesetzt. Die Eignung dieser Methoden muss jedoch zuvor im Rahmen einer Validierung für den vorgesehenen Verwendungszweck bestätigt werden, da nur so zuverlässige qualitative und quantitative Resultate gewährleistet werden können, welche als Grundlage für eine verlässliche Interpretation dienen.

Die in dieser Dissertationsschrift zusammengefassten Studien befassten sich mit der Entwicklung neuer chromatographisch-massenspektrometrischer Methoden zur Detektion verschiedener Substanzen bzw. Substanzklassen, die im forensisch-toxikologischen Kontext von zentraler Bedeutung sind. In diesen Untersuchungen wurden sowohl klassische illegale Drogen (Heroin) als auch neue psychoaktive Substanzen (Cathinon-Derivate) und Arzneistoffe (Propofol) betrachtet und deren Bedeutung für die forensisch-toxikologische Begutachtung herausgestellt.

Die Untersuchung des neuen Straßenheroinmarkers ATM4G und der bereits etablierten Heroinmarker zeigte, dass bei Verdacht auf einen zurückliegenden Straßenheroinkonsum eine zusätzliche Analyse auf ATM4G zu empfehlen ist. Je nach Fragestellung sollten jedoch mehrere Biomarker in die Betrachtung miteinbezogen werden, da jeder dieser Marker durch spezifische Vor- und Nachteile gekennzeichnet ist.

Die retrospektive Betrachtung neuer psychoaktiver Substanzen bestätigte deren Relevanz in der forensisch-toxikologischen Begutachtung besonders in Bezug auf deren Einfluss auf die Fahrsicherheit. Zudem verdeutlichten die Untersuchungen die schnelle Entwicklung des Drogenmarktes als Reaktion auf gesetzliche Änderungen und bestätigten somit die Bedeutung der stetigen Weiterentwicklung entsprechender Nachweisfahren.

Die Verbindung Propofol-Sulfat konnte als weiterer humaner Phase II Metabolit von Propofol bestätigt werden. Die nach der Verstoffwechselung von Propofol nachgewiesene, verhältnismäßig geringfügige Menge dieses Metaboliten begrenzt jedoch dessen Eignung als Marker für den Nachweis eines zurückliegenden Propofol-Konsums. Zum Nachweis eines chronischen Propofol-Konsums konnte eine Methode zur simultanen Extraktion von Propofol und dessen Hauptmetaboliten Propofol-Glucuronid aus Haaren erfolgreich etabliert werden. Propofol wurde nach medizinischer Applikation seltener und in deutlich niedrigeren Konzentrationen als sein Hauptmetabolit Propofol Glucuronid nachgewiesen. Dies deutet darauf hin, dass Propofol einen geeigneteren Marker zur Abgrenzung einer medizinischen von einer regelmäßigen, nicht-medizinischen Propofol-Applikation darstellt. Durch eine neue Derivatisierungsstrategie unter Verwendung von 1,2-Dimethylimidazol-4-sulfonylchlorid (DMISC) als Derivatisierungsmittel konnte zudem die Detektion von Propofol im Serum mittels LC MS/MS verbessert werden.


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