25.08.2019
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Vom Schuss zur Spur: Molekulargenetische Analysen von Rückschleuderspuren nach Schüssen auf biologische Ziele

Grabmüller, Melanie - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (2018)


Pro Jahr werden in Deutschland mehrere Tausend Straftaten mit Schusswaffengebrauch registriert. Die Aufklärung des meist komplexen Szenarios durch eine objektive und allumfassende Rekonstruktion des entsprechenden Tathergangs ist von großem forensischem, wie auch juristischem Interesse. Die Analyse des Spurenbildes nach einem Schuss auf ein biologisches Ziel muss daher neben morphologischen und wundballistischen Befunden auch die Untersuchung von Rückschleuderspuren einschließen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Tatrekonstruktion sind entsprechende Analysen, die sowohl Schütze und Opfer als auch die verwendete Feuerwaffe einbeziehen können.

Rückschleuderspuren, die bei einem Schuss auf ein biologisches Ziel durch wundballistische Effekte aus der Eintrittswunde retrograd zur Schussrichtung hin zur Feuerwaffe zurückgeschleudert werden, können in und an der Schusswaffe sowie am Schützen und in dessen Umgebung nachgewiesen werden. Jedoch bestimmt eine Vielzahl von verschiedenen Parametern die Entstehung und das Auftreten der Rückschleuderspuren am biologischen Ziel. Um die Variablen zur Entstehung und Verteilung der Rückschleuderspur nachvollziehen zu können, erfordert es aufwendige wissenschaftliche Studien, da nicht die Möglichkeit gegeben ist die Entstehung der Rückschleuderspur in einem einzigen Schussvorgang allumfassend zu untersuchen.

Die in dieser Dissertationsschrift zusammengefassten Studien repräsentieren eine forensischinterdisziplinäre Analyse, die wesentliche Einzelprozesse eines (Nah-)Schussgeschehens von der Entstehung bis zur Konsolidierung einer biologischen Spur umfasst. Diese komplexe Analyse beinhaltet die Untersuchung eines geeigneten RNA-Isolationsverfahrens, die Gewinnung und Prüfung der Haltbar- und Beständigkeit verschiedener Nukleinsäuren aus dem Feuerwaffenlauf, die Untersuchung der Abhängigkeit des Spurenaufkommens von der Schussentfernung, die Analyse verschiedener Spurensicherungsmethoden von Schussrückständen auf Händen tatbeteiligter Personen, sowie der Korrelation des RNA-Abbaus mit der vergangenen Zeit seit Spurenlegung.


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