14.11.2019

Gut' Ding braucht Weile! - Oder?


Beeilung!
Bild: Pixabay [CCO]
Diesen Ausspruch gebrauchen wahrscheinlich nur die wenigsten Menschen heutzutage noch. Er ist ja zugegebener Maßen auch schon recht betagt, soll er doch - in seiner lateinischen Form "festina lente!" - bereits der Wahlspruch des römischen Kaisers Augustus gewesen sein.

Wenn ich diesen Ausspruch dann doch mal bemühe, dann in der Regel mit einem Augenzwinkern, nachdem ich für Arbeiten gemaßregelt wurde, die dem Auftraggeber nicht schnell genug erledigt wurden. Grundsätzlich sollte man sich natürlich bemühen, Dinge zügig anzugehen und zu erledigen. Aber bereits der Komponist Igor Strawinsky wusste es besser:
Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen.
Igor Strawinsky (1882-1971)
Mit diesem Aphorismus macht er deutlich, dass nicht alles, was in Windeseile erledigt wird auch zu einem guten Abschluss kommt. Manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit: Zeit zu reifen, Zeit durchdacht zu werden oder Zeit sich zu entwickeln. Fängt man im ungeeigneten Moment an zu hetzen und zu schludern, führt das nicht selten dazu, dass das Ergebnis unbrauchbar wird, man von vorne anfangen muss und letztlich deutlich mehr Zeit benötigt.

Zeit- und Selbstmanagement ist auch hier ein wichtiges Thema. Wir müssen lernen, uns nicht unnötig unter Druck setzen zu lassen (oder selbst zu setzen) und Prioritäten festlegen. Dabei ist es nicht immer leicht, die Balance zu halten und sowohl unser persönliches Empfinden ernst und wichtig zu nehmen, als auch gleichzeitig die äußeren Umstände zu beachten und, wo nötig, zu befolgen. Es lohnt sich aber, diese Balance im Blick zu halten und daran zu arbeiten, sie zu erreichen, denn im Ergebnis wird unsere Arbeit dadurch nicht nur effektiver, sondern macht auch mehr Spaß.

Setzen wir uns also nicht unnötig unter den sogenannten Zivilisationsstress, sondern gehen unsere Aufgaben bewusst an. So schnell wie möglich, aber eben auch nicht schneller.

» Methoden für effizientes Arbeiten

Autor: Anke Fähnrich


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