10.10.2019

Wir kommunizieren immer und überall!


Das Wort Kommunikation leitet sich vom lateinischen Wort communicatio ab, was übersetzt "Mitteilung" bedeutet. Wikipedia definiert Kommunikation als "Austausch oder Übertragung von Informationen, die auf verschiedenen Arten oder Wegen stattfinden kann". Das klingt recht allgemein, was es aber auch ist.

Wir kommunizieren beim direkten Kontakt mit anderen Menschen verbal und /oder nonverbal durch Gesten, Auftreten, Kleidung, Haltung etc. Auch die verbale Kommunikation kennt viele Spielarten wie beispielsweise freundlich, distanziert oder arrogant. Ein Vertriebsmitarbeiter (m/w/d), der eine Firma auf einer Messe oder bei einem Kundenbesuch vertritt, kommuniziert dabei immer auch im Namen seines Arbeitgebers. Daher ist ein einheitliches und freundliches Auftreten wichtig für die Image und Markenbildung eines Unternehmens, was leider immer noch allzu oft unterschätzt wird.

Die Kommunikationswege haben sich durch das Internet und im Speziellen die Sozialen Medien stark erweitert. Mit einem Post oder einer Mail lassen sich Tausende oder sogar Millionen anderer Menschen erreichen, was zu einen schön, aber zum anderen auch riskant ist. Eine unprofessionelle Serienmail, eine total veraltete Webseite, ein unprofessionelles Foto bei XING oder ein unpassender Tweet können auf einen Schlag viel mehr kaputt machen, als man mit einer verbalen Äußerung in einem direkten Kundengespräch hätte vermasseln können.

Kommunikation baut Beziehungen auf, kann sie stabilisieren oder eben auch beenden. Je mehr und öfter man heute mit den neuen Möglichkeiten kommuniziert, desto wahrscheinlicher werden Fehler, die sich in der Online-Welt schnell potenzieren und schlimmstenfalls für alle Zeiten irgendwo veröffentlicht sind.

Ein weiterer oft unterschätzter Punkt ist die Nicht-Kommunikation. Beispielsweise wenn man Messebesucher einfach ignoriert, weil es ja "nur" Azubis sind, die keinen direkten Umsatz erwarten lassen, oder Mails und Anfragen in Sozialen Medien wie XING bzw. LinkedIn nicht oder zu spät beantwortet. Das sind auch Statements, und zwar negative. Wobei es manchmal natürlich sinnvoll ist, bei völlig unpassenden Kommunikationsformen "einfach mal die Fresse" zu halten, um die Situation nicht weiter zu eskalieren.

Schon lange vor der Internet-Revolution hat der österreichisch-amerikanische Kommunikationswissenschaftler, Soziologe und Psychotherapeut Paul Watzlawick festgestellt:

Man kann nicht nicht kommunizieren.
Paul Watzlawick (1921-2007)

Der deutsche Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun hat bereits im Jahr 1981 insgesamt 8 Kommunikations- und Interaktionsstile definiert, die bei allen Menschen mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Man unterscheidet

  1. Kommunikation
    Quelle: Pixabay [CC0]
    bedürftig-abhängig
  2. helfend
  3. selbstlos
  4. aggressiv-entwertend
  5. sich-beweisend
  6. bestimmend-kontrollierend
  7. sich-distanzierend
  8. mitteilungsfreudig-dramatisierend

Bei den meisten Menschen dominieren ein oder zwei Muster. Wie schätzen Sie sich selbst ein? Und wie werden Sie von Kollegen, Freunden und Kunden wahrgenommen? Leider wird man hier selten eine ehrliche Antwort bekommen, am ehesten vielleicht noch von Freunden. Denn die Einschätzungen sind sicher nicht immer deckungsgleich und bei Diskrepanzen sollte man an seinen Kommunikationsformen arbeiten ...

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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