12.09.2019

Wieviel CO2 produziert Ihre Webseite pro Jahr?


Ökologischer Fußabdruck
Wie ist Ihr Ökologischer Fußabdruck?
Quelle: Colin Behrens, Pixabay [CC0]
6,8 Gramm CO2 werden durchschnittlich bei jedem Aufruf einer Webseite erzeugt. Um diese Zahl einordnen zu können, muss man ein paar Berechnungen anstellen. Nehmen wir an, eine Webseite hat 100.000 Seitenabrufe pro Monat, was sicher viele Webseiten der Hersteller von Laborgeräten in Deutschland erreichen werden. Dann ergäbe das durchschnittlich 8.160 Kilogramm CO2 in nur einem Jahr für jeden Hersteller!

Auf der Seite des Vereins Oeko.eu sind einige weitere interessante Fakten zum CO2-Verbrauch des Internets im Allgemeinen sowie Google und Facebook im Speziellen zusammengestellt (s.u.).

Wenn man nun durch Optimierung von Bildern und Quellcode, durch Komprimierung der Inhalte vor Auslieferung an den Browser die Datenmenge um die Hälfte reduzieren würde, so wäre eine Einsparung von über 4.000 Kilogramm CO2 möglich. Und das ohne irgendwelche Einschränkungen, da die Seite genauso aussehen würde wie vorher und als netten Nebeneffekt deutlich schneller abrufbar und so auch noch für Suchmaschinen optimiert worden wäre!

Darüber sollte jeder Betreiber einer Webseite einmal nachdenken, denn diesen Beitrag zur Vermeidung von CO2 kann jeder ganz einfach leisten. Genauso kann jeder Mitarbeiter nutzlose Mailkopien oder Serienmails mit Riesenanhängen vermeiden, die kaum ein Empfänger lesen wird. Hier genügt ein Downloadlink, der durchaus in eine Cloud verweisen kann. Dann erfolgt die Datenübertragung nur bei Bedarf.

Die oben angestellte Modellrechnung ist natürlich erst einmal ein Mittelwert über alle Webseiten, wobei es erhebliche Unterschiede gibt. Wer es für seine eigene Webseite wissen will, kann eine genaue Abschätzung über den Kalkulator von WebsiteCarbon durchführen und wird wahrscheinlich erstaunt, im schlimmsten Fall erschreckt sein.

Eigenlob stinkt zwar, aber ich habe diese Berechnung für Analytik NEWS einmal durchgeführt. Bei uns entstehen nur 0,12 Gramm CO2 pro Webseitenaufruf, was ungefähr 1/56 bzw. 1,8 Prozent des anfangs erwähnten Durchschnittswerts entspricht. Darüber hinaus benutzt unser Provider Hetzner Ökostrom, was die Ökobilanz noch einmal deutlich verbessert.

Wie haben wir das erreicht? Ganz einfach durch Optimierung der Bildgrößen und Komprimierung der Inhalte schon auf dem Webserver, d.h. sie werden erst beim Abruf der Seite im Browser entpackt. Eine Stichprobe bei einigen unseren Marktbegleiter ergab, dass sie zwar alle unter den 6,8 Gramm lagen, aber sehr deutlich über unserem Wert und dass alle konventionellen Strom benutzen.

Jeder kann einen Beitrag zur Abmilderung des zu erwartenden Klimawandels beitragen und an dieser Stelle ist sehr einfach, denn man muss auf nichts verzichten, weil die Webseite oder die Serienmail genauso aussieht und funktional ist wie vorher. Ausreden, die wir allzu gerne nutzen, zählen an dieser Stelle nicht:

Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich.
Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966)

Hans-Joachim Schellnhuber, Klimaforscher und Leiter des Potsdamer Instituts für Klimaforschung wird mit den Worten zitiert: "Es lohnt sich, um jedes Grad, ja, jedes Zehntel Grad vermiedene Temperaturerhöhung zu kämpfen!" Dem ist nichts hinzuzufügen.

Machen Sie doch einmal den Test mit Ihrer Firmenwebseite und schreiben Sie mir, wenn Sie besser als Analytik NEWS abschneiden und der Server Ökostrom nutzt. Wir veröffentlichen den Wert dann gerne hier! Wenn Sie Hilfe bei der Optimierung des CO2-Verbrauchs Ihres Webservers brauchen, dann kontaktieren Sie uns gerne. Das ist Teil unserer Dienstleistungen zur Suchmaschinenoptimierung.

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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