15.08.2019

Regeln sind wichtig


Regeln und Vorschriften
Quelle: Pixabay [CC0]
Unser Tagesablauf wird bestimmt durch eine Vielzahl von Regeln, die das Privatleben und die Arbeitswelt organisieren und in geordnete Bahnen lenken und halten sollen.

An vorderster Stelle steht das Grundgesetz, von dem ausgehend unzählige Gesetze und Verordnungen in den letzten 70 Jahren abgeleitet wurden und ständig weiterentwickelt werden.

Im Labor gilt es DIN-Vorschriften, Standardarbeitsanweisungen, Sicherheitsvorgaben, Analysenmethoden und viele weitere Regeln einzuhalten, um die Qualität von Messungen, die Sicherheit der Mitarbeiter und den Umweltschutz zu gewährleisten. Im Labor von der SOP abzuweichen oder Sicherheitsvorschriften zu missachten, kann ernste Konsequenzen haben.

Aber auch jede Gruppe, sei es die Familie, ein Fußballteam oder die Marketingabteilung im Unternehmen braucht Regeln, um dauerhaft reibungslos zu funktionieren. Hier ist der Vorteil, dass die Gruppe ihre Regeln selbst bestimmen kann und auch sollte. Sich an die abgesprochenen oder vorgeschriebenen Regeln zu halten ist bekanntermaßen nicht immer leicht.

Jeder kennt die schönen Sprüche "Einmal ist keinmal!", "Man muss auch mal fünf gerade sein lassen!" oder "Ausnahmen bestätigen die Regel!", die wir gerne bemühen, um einen Verstoß zu legitimieren oder zu bagatellisieren. Wenn Ausnahmen zur Regel werden und so auch andere zu Verstößen ermuntert werden, gilt allerdings eher

Ausnahmen beschädigen die Regel.
Thomas S. Lutter (*1962)

Natürlich brauchen Regeln immer auch Kontrollen und im Zweifel Sanktionen, die garantieren, dass sie eingehalten werden. Denn sonst entstehen zwangsläufig Probleme oder es geht Glaubwürdigkeit und Autorität verloren. Sei es die eigene oder die von Freunden, Kollegen, Vorgesetzten oder sogar dem Staat als Ganzes. Es tut dann auch mal weh, wenn man ein Fahrverbot aufgrund zu schnellen Fahrens bekommt oder einen Anpfiff von seinem Vorgesetzten, weil man sich nicht an seine Vorgaben gehalten hat. Schlimmstenfalls verliert ein Labor seine Akkreditierung für bestimmte Analysen.

Es mangelt uns also sicher nicht an Regeln, aber ein Übermaß kann Kreativität beschränken und Innovationen behindern. Beispielsweise sollten Forscher kreativ sein und manchmal auch bewusst Regeln brechen und Risiken eingehen, um Neues zu entdecken oder Produkte und Verfahren weiterzuentwickeln. Die Kunst besteht dann darin zu wissen, welche Regeln man brechen darf und welche Risiken dabei entstehen können. Auch Vorgesetzte schaden durch zu vorsichtiges Handeln manchmal ihrem Arbeitgeber wie eine aktuelle Studie der Max-Planck Gesellschaft belegt.

Bei Gesetzen und Laborvorschriften liegt der Fall anders. Ohne Selbstdisziplin, Kontrollen und Sanktionen werden sie auf Dauer wertlos, wenn sich immer weniger Mitarbeiter daran halten. Und das ist dann zum Schaden aller.

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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