01.08.2019

Die Computer sind nicht das größte Problem!


Systemadministrator
Quelle: Pixabay [CC0]
Am letzten Freitag im Juli begehen wir seit dem Jahr 2000 auf Initiative von Ted Kekatos, selbst Systemadministrator, den SysAdminDay. Auf der dafür eingerichteten Webseite wird der Hintergrund wie folgt beschrieben:

"An diesem Gedenktag soll man einmal an seine Systemadministratoren denken, die Ihre Arbeit meistens im Hintergrund leisten und Ihnen für Ihre gute Arbeit auch einfach mal danken."

Der englische Name "System Administrator - Appreciation Day", also der "Systemadministrator - Wertschätzungstag" trifft den Kern meines Erachtens noch besser.

Das sollten wir hiermit alle tun, denn ohne die vielen Administratoren wären die EDV-Probleme in Unternehmen noch weitaus größer oder es würde gar nichts mehr laufen! Administratoren sind oft als wenig kommunikative, männliche Nerds verschrien, die man nicht versteht, wenn sie mal reden oder einem etwas erklären. Das gleiche könnte man auch über Steuerberater oder Finanzbeamte sagen. Aber der Job ist eben sehr speziell ...

Wer selbst die heimische EDV-Landschaft und den Internet-Zugang administriert, der sollte sich einmal vorstellen, wie komplex diese Aufgabe in größeren Unternehmen mit einer oft sehr heterogenen Infrastruktur werden kann. Und dann kommen dann noch die vielen Bedrohungen durch Viren, Hacker und Industriespionage dazu, die die Aufgabe extrem anspruchsvoll machen und auch eine ständige Weiterbildung erfordern. Wobei die schlimmsten Probleme eines Administrators meistens durch die Nutzer und die verwendete Software entstehen.

Die Nutzer kann er versuchen, durch Regeln und Vorgaben zu "erziehen" oder ihnen einfach bestimmte Rechte zu verwehren wie das Benutzen eigener USB-Sticks oder die Möglichkeit, selbst Programme zu installieren oder den eigenen PC individuell zu konfigurieren. Die dadurch entstehenden Probleme führen nicht selten zu Reibereien und einem schlechten Verhältnis zur EDV-Abteilung. Jeder Anwender sollte aber anerkennen, dass die EDV-Abteilung bestimmte Dinge vielleicht besser weiß oder eine Gesamtkontrolle über die eingesetzte Hard- und Software zwingend braucht. Wobei Software ein eigenes Thema ist wie auch schon der Science Fiction Autor Larry Niven festgestellt hat:

Mit den Leuten, die denken sie würden Computer hassen, ist es so: Was sie wirklich hassen sind diese lausigen Programmierer.
Larry Niven (*1938)

In der Tat ist Software oft unsauber programmiert, weil sie zu schnell fertig werden musste oder der Preis zu niedrig kalkuliert ist, um eine vernünftige Qualitätskontrolle zu etablieren. Vielleicht sind / waren einfach zu viele Programmierer am Werk, so dass irgendwann gar nicht mehr nachvollziehbar ist, wie und warum etwas so programmiert wurde und nicht anders. Oder es ist gar Public Domain Software wie die führendenden Content Management Systeme, die wir alle nur zu gerne mit all Ihren Unzulänglichkeiten nutzen, weil es ja erst mal nichts kostet. Und oft liegen die Probleme auch gar nicht in der eigenen Software selbst, sondern in Änderungen oder Sicherheitslücken der verwendeten Programmiersprachen oder Betriebssysteme.

Auf jeden Fall sollten wir unsere Systemadministratoren nicht für all diese Probleme auch noch verantwortlich machen, das wäre wirklich ungerecht!

» Mehr über Larry Niven

» Wie Sie Ihren Systemadministrator so über das Jahr "sehr glücklich" machen

» Sysadminday: "Man kommt erst ins Spiel, wenn es brennt"

Autor: Dr. Torsten Beyer


» Kommentieren