18.07.2019

Bürokratie killt Innovationen


Apollo 11 Mondlandung
Buzz Aldrin auf dem Mond 1969
Quelle: Pixabay [CC0]
Am frühen Morgen des 21. Juli 1969, um 03:56 Uhr deutscher Zeit, sprach Neil Armstrong seine berühmten Worte "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit!". Jeden von uns hat sie schon Hunderte Male gehört oder das verwackelte und undeutliche Live-Fernsehbild dazu gesehen.

Ich war noch zu jung, aber die gesamte Welt saß damals vor den Radios und Fernsehgeräten und sah gebannt zu. Die Live-Übertragung dauerte sagenhafte 28 Stunden und es sollen ungefähr eine halbe Milliarde Menschen live dabei gewesen sein.

Viele, die damals Kinder waren, bereuen sicher heute noch, dass sie irgendwann ins Bett geschickt wurden und die nächtliche Landung daher verpasst haben. Das erzählte auch der damals 15-jährige deutsche Astronaut und Kosmonaut Ulrich Walter kürzlich in einer Talkshow, immer noch etwas wehmütig.

Das Ereignis hat aber auch seine Schattenseiten. Das sind zum einen die ungeheuren Kosten, die die Mission in den 1960er Jahren im Wettlauf zwischen der UdSSR und den USA verschlang, die man aus heutiger Sicht nur schwer rechtfertigen kann.Viele Forschungsarbeiten im Weltraum können von Sonden und zukünftig Robotern heute sicher viel zuverlässiger und mit weniger Risiken erledigt werden. Dennoch planen die USA eine erneute Mondlandung im Jahr 2024.

Zum anderen wäre der Wettlauf vielleicht anders ausgegangen, wenn die USA nach dem 2. Weltkrieg nicht über 100 führende deutsche Wissenschaftler, darunter auch einige, die für unmenschliche im Namen der Wissenschaft verübte Kriegsverbrechen verantwortlich waren, ohne weitere Prüfung ihrer Schuld nach Amerika geholt hätten. Diese besetzten in den 1950er Jahren fast alle wichtigen Posten in der NASA und waren mit ihrem Fachwissen neben den größeren finanziellen Mitteln vielleicht der entscheidende Mosaikstein für den Sieg im Wettlauf zum Mond.

Nach der erfolgreichen Apollo 11 Mission wurden die meisten in den Ruhestand geschickt und auch einige noch als Kriegsverbrecher angeklagt, es bleibt aber bei aller Euphorie über die ungeheure Leistung ein fader Beigeschmack. Georg von Tiesenhausen, der letzte noch lebende, starb übrigens erst im Jahr 2018 mit 104 Jahren.

Ganz wesentlich für die Raketenentwicklung der NASA war sicherlich das Wissen von Wernher von Braun, der in Deutschland die berüchtigte V2 Rakete in leitender Position mitentwickelte, die für unzählige Tote im 2. Weltkrieg verantwortlich war.

Sein Zitat untertreibt wahrscheinlich die ungeheuren Herausforderungen, die nach Kennedys Ankündigung einer Mondlandung bis zum Ende der Dekade in den folgenden 8 Jahren zu lösen waren, auch wenn Bürokratie - damals wie heute - natürlich ein ungeheurer Innovationskiller sein kann:

Bei der Eroberung des Weltraums sind zwei Probleme zu lösen: die Schwerkraft und der Papierkrieg. Mit der Schwerkraft wären wir fertig geworden.
Wernher von Braun (1912-1977)

» Fernsehübertragung der ersten Mondlandung

» Der deutsche Anteil an der Mondlandung

» Georg von Tiesenhausen: Die Geschichte des NASA-Wissenschaftlers, der einst für die Nazis Raketen baute

Autor: Dr. Torsten Beyer


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