04.07.2019

Agieren ist besser als Abwarten!


Informationsflut
Quelle: Gerd Altmann, Pixabay [CC0]
Im Zeitalter der Informationsgesellschaft generieren und verbreiten wir immer mehr Wissen, das immer schneller und einfacher, jederzeit, global, für immer mehr Menschen zugänglich ist. Überblicken kann das alles niemand mehr. Einerseits ist das eine sehr positive Entwicklung, da so Falschinformationen und Propaganda einfacher entlarvt werden können und jeder die Chance hat, sich selbst unabhängig zu informieren, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Leider ist es aber auch so, dass viele Prozesse, Abläufe und Zusammenhänge in der globalisierten Welt so komplex und facettenreich geworden sind, dass es extrem schwierig bis unmöglich wird, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Dafür fehlt uns einfach die Zeit und oft auch das nötige Hintergrundwissen. Viele fühlen sich deswegen abgehängt, ausgegrenzt oder verstehen die Welt nicht mehr.

Das führt aktuell dazu, dass vermehrt Personen oder Parteien gewählt werden, die einfache Lösungen versprechen. Oder es gibt Abstimmungsergebnisse wie beim Brexit-Referendum, die eine Welt zurückbringen sollen, die es so nicht mehr gibt. Beides sind Illusionen, auch wenn momentan zu Viele gerne daran glauben möchten.

Wir brauchen vielmehr eine andere Herangehensweise an die neuen Herausforderungen und mehr Flexibilität. Dazu gehören in erster Linie einfachere Prozesse, Regeln und Gesetze sowie Entscheidungsträger und Vorgesetzte, die komplexe Themen für jeden verständlich erklären und die richtigen Schlüsse ziehen können. Und natürlich Bildung und ständige Weiterbildung, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Vor allem sollte jeder Mut haben, Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen auch auf die Gefahr hin, dass sie sich als Fehler entpuppen können. Abzuwarten, dass alles wieder wie früher wird oder sich auf Andere und ihre vermeintlich einfachen Lösungen zu verlassen, wie laut sie auch immer in den Medien - insbesondere den Sozialen - auftreten, ist sicher der falsche Ansatz.

Ich würde es eher angehen wie die Schriftstellerin Henriette Wilhelmine Hanke, die schon vor 200 Jahren, also in einer Zeit, da die Welt noch weitaus einfacher strukturiert war, festgestellt hat:

Man kann nicht alles wissen, muss sich aber in allem zu helfen wissen.
Henriette Wilhelmine Hanke (1785-1862)

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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